ArthurBrownMusic.deWas soll ich sagen – es war wieder einmal ein gigantischer Abend mit vielen neuen Eindrücken, die es zu verarbeiten gilt.
Angefangen hat alles mit meinem ersten Flug nach England. Wer in den letzten Monaten in dieses Land gereist ist, wird wissen, was ich meine, wenn ich sage: Noch nie habe ich mich dermaßen beobachtet und gemustert gefühlt! Unzählige Passkontrollen sowohl beim Ein- als auch beim Auschecken, kritische Vergleiche meines Ausweisfotos mit meinem Gesicht, die Frage nach selbstgepackten Koffern, ein kaum hörbares "Klick" einer Kamera auf dem Weg vom Flugzeug zur Gepäckausgabe und und und... Mann, was war ich froh, als ich am Airport in den Zug steigen und die Kontrollen hinter mir lassen konnte! Nicht zu vergessen die Bitte einer freundlichen Dame beim Check-in zum Heimflug, dass ich mich "dort hinten" in der Schlange anstellen möge... Was ich zunächst für einen netten Hinweis hielt, um unnötige Warteschlangen zu vermeiden (man kennt das ja – alle stellen sich gleich an der ersten Schlange an usw.), entpuppte sich schließlich als bewusste Sortierung der Fluggäste in bestimmte Reihen: Ich landete in derjenigen, die das komplette Programm durchlaufen musste, inklusive Schuhe ausziehen, Nachkontrolle etc., wohingegen Reisende in anderen Schlangen ganz "normal" durch die Kontrollen gehen durften. Naja, ich scheine wohl nicht gerade den vertrauenswürdigsten Eindruck gemacht zu haben – also merken: beim nächsten England-Aufenthalt mehr schlafen und ne Portion Make-up ins Gesicht, damit ich nicht ganz so krempelig aussehe. :-)
Aber natürlich hat sich das alles – wie erwartet – gelohnt. Nach einer mehrstündigen Sightseeing-Tour durch London mit Matthew, Arthurs englischem Webmaster, die uns vom Buckingham Palace zum Trafalgar Square, dann vorbei am Picadilly Circus zum Musikerviertel Londons und zurück durch den Hyde Parc zum ICA führte, und auf der wir unter anderem an Chris' Musikgeschäft vorbeikamen (er war leider nicht dort), hieß es noch eine Weile Geduld haben, bis der erste Showact des Abends beginnen sollte.
Malcom Boyles Performance war in meinen Augen recht gewöhnungsbedürftig, aber ich muss zugeben, dass ein durchweg psychedelischer Eindruck entstand – man musste nicht einmal verstehen oder sehen, was on stage vor sich ging, denn schon beim Betreten der Halle schlugen die vergangenen Zeiten in Form einer geballten Ladung Räucherstäbchen zu. In Verbindung mit der großen Hitze im Raum für mich etwas zu extrem, daher verbrachte ich den größten Teil dieser Show vor der Halle.
Anschließend kamen Circulus auf die Bühne. Was in den ersten Momenten sehr ruhig begann, schlug schnell in einen ohrenbetäubenden Auftritt um – und so bekam ich bald (freiwillig!) meine erste Lektion in Sachen "Ohrstöpsel aus Wachs". Ein ganz seltsames Gefühl, sich die Ohren mit Wachs zuzukleben, aber für diesen Auftritt unumgänglich, und so konnte ich Circulus richtig genießen. Wer auf eine bunte Mischung von leicht verrückt anmutenden Musikern mit tollen Stimmen und einer großen Portion Humor und Ausdrucksfähigkeit steht, kann sich auf ihrer myspace-Seite ein genaueres Bild von der Band machen. Den Weg dorthin findet Ihr über die Linkliste.
Ja, und dann kamen Arthur und Nick auf die Bühne. Ich persönlich habe die beiden noch nie vor dieser Publikumsgröße spielen sehen, geschweige denn, in England – und es war fantastisch. Meinetwegen hätten sie anstelle der angesetzten 45 Minuten noch dreimal so lange spielen können, ganz klar. Arthurs allseits bekannte Gesangspause, während der er sich ein Glas Rotwein am Tisch gönnt, fand auch dieses Mal statt – allerdings gemeinsam mit einer Spiegeldame, die Ihr auf den Bildern wiederfindet. Überhaupt war diese "Mirror Lady", wie sie von allen bezeichnet wurde, DER Renner schlechthin unter den Bands. Ich war jedenfalls nicht die Einzige, die sie fotografiert hat. :-) Der Gig war toll, Arthur und Nick harmonierten wie immer perfekt, und das Publikum schien durchweg begeistert zu sein.
Als letzter Act spielten schließlich die Pretty Things. Eine tolle Show, dieses Mal wieder in voller Besetzung und auch mit einer Überraschung für so manchen, denn neben Skip begleitete auch ein – mit seinen 16(?) Jahren noch sehr junger – neuer Drummer einen Teil des Gigs. Habe seinen Namen leider nicht behalten (bin halt auch nimmer die Jüngste...), aber er ist ein netter junger Mann mit großem Talent, soweit ich als musikalischer Halblaie das beurteilen kann. Und natürlich durfte auch Arthur zur Unterstützung wieder nicht fehlen. Die Herren hatten alle eine Menge Spaß auf der Bühne. Leider konnte ich nicht allzu viele Bilder machen, und manche sind auch etwas dunkel geworden – aber schaut selbst.
Alles in allem war es ein tolles Erlebnis, und ich freue mich schon auf die nächste Tour...
← Isernhagen, 07.12.2007