headline1 headline2 ArthurBrownMusic.de
Offizielle deutsche Arthur Brown Homepage
– Berichte –

home

news

tourdaten

biographie

discographie

bilder

bilder

merchandise

booking

gaestebuch

forum

newsletter

links

impressum

Burg Herzberg-Festival 2009 (Natascha)

Endlich! Nach über eineinhalb Jahren war es soweit: Arthur tritt wieder in Deutschland auf! Also packte ich meine Siebensachen und machte mich auf den ausnahmsweise einmal nicht ganz so weiten Weg zum Burg Herzberg-Festival – mit im Gepäck auch eine nicht auskurierte Erkältung, die sich dank der eisigen Klimatisierung im Zug wieder wunderbar regenerieren konnte. Aber egal – Arthur spielt bei den Herzberg Blues Allstars, also bin ich dabei!

Die Wiedersehensfreude war wie immer groß. Es gab viel zu erzählen und zu berichten, immerhin waren seit dem letzten Treffen über eineinhalb Jahre vergangen. So verging der Samstag auch wie im Flug.

Sonntags sollte dann die Suche nach einem passenden Stab für Arthurs Auftritt starten. Bevor wir jedoch überhaupt damit anfangen konnten, hieß es erst einmal, Blasenpflaster organisiert zu bekommen. Da ich mir fest vorgenommen hatte, meine neuen, noch nicht ganz eingetragenen Boots wegen der allseits bekannten Matsch-Gefahr auf dem Herzberg ins Festival-Dasein einzuweihen, jedoch völlig verdrängt hatte, dass das eventuell mit schmerzhaften Erfahrungen einhergehen könnte, war das Aufsuchen einer Apotheke ununmgänglich. Aber finde mal wer in einer fremden Stadt sonntags die Notapotheke... Gottseidank – so dachten wir – gibt es ja eine Menge freundlicher Taxifahrer, die uns auch tatsächlich gerne Auskunft über den Weg zu besagter Apotheke gaben. Leider scheinen wir aber aneinander vorbeigeredet zu haben, denn wir bekamen zwar eine wunderbare Beschreibung, allerdings nicht zu der Straße, die wir suchten. Hätten die netten Mitarbeiter des Hotels uns nicht den Tipp mit dem im Bahnhof befindlichen und sonntags geöffneten Drogeriemarkt gegeben... wer weiß, ich wäre wohl letztlich doch barfuß aufs Festival gefahren. Zu unserem Glück konnten wir in besagtem Drogeriemarkt dann auch noch Regenschirme erwerben, welche im Hinblick auf das doch extrem wechselhafte Wetter dringend notwendig waren.

So konnten wir uns nun also perfekt ausgestattet auf Erkundungstour begeben. So, und an dieser Stelle sei den offensichtlich sehr pflichtbewussten Grünanlagen-Hütern gedankt: Nicht einen einzigen Ast konnten wir finden, der die richtige Größe besaß. Und glaubt mir, wir haben wirklich lange und ausführlich gesucht! Kein Matsch, keine steilen Hänge und nichts konnten uns davon abhalten, unter Bäumen, hinter Gebüschen und an Bachufern zu suchen – nichts, einfach rein gar nichts. Nach mehreren Stunden gaben wir schließlich auf und beschlossen, es auf dem Festival erneut zu versuchen. Was wir allerdings gefunden haben, waren eine Krypta mit erstaunlichen Qualitäten den Klang betreffend (dort sollte man mal ein Acoustic-Event veranstalten, das wäre der Hammer!), einen tollen Orgelklang, ganz viele Verbotsschilder in den Parks und doch sehr unseriös wirkende Gestalten, die uns so oft aufs Neue begegneten, dass wir inzwischen davon überzeugt sind, dass sie uns verfolgt hatten. :-)

Zurück im Hotel trennten sich unsere Wege dann vorerst, und ich zog erneut los auf Stadt-Erkundungstour – dieses Mal mit Esther und Jutta. Dazu muss vorweg gesagt werden, dass wir alle drei relativ angeschlagen waren. Schlafmangel, Erkältung und eine durchfeierte Nacht hinterlassen nunmal Spuren. So konnten wir gar nicht genug bekommen von Erscheinungen wie der Tatsache, dass jemand Bier zur Sonne will, ein Hund lieber ein Löwe wäre (oder ist es umgekehrt? Wer weiß, wer weiß...), es einmal Regenschirm-Fachgeschäfte auf unserer Tour gab und Eisenwarenläden nicht immer das sind, was sie auf den ersten Blick zu sein scheinen. Aber lasst Euch eins gesagt sein: Folgt, wenn Ihr in einer Euch fremden Stadt auf der Suche nach einem Irish Pub seid, einfach unauffällig den ersten danach aussehenden Einwohnern, denen Ihr begegnet – möglicherweise habt Ihr Glück, so wie wir, und Ihr werdet zumindest zu einer Location geleitet, welche Guinness im Angebot hat!

Leider hatte diese Kneipe geschlossen. Wie auch so ziemlich alle Cafés, Biergärten usw. Für mich war das ein echtes Erlebnis, das man z. B. hier in Köln garantiert niemals haben kann! Ein vorerst noch nicht ganz ausgeprägter aber dennoch schon ordentlicher Regenschauer ließ uns schließlich im überdachten Außenbereich eines Restaurants pausieren. Wir hatten noch nicht einmal bestellt, da wandelte sich der anfangs noch recht harmlos anmutende Schauer in einen wahren Weltuntergangs-Vorboten. Die ersten Gäste wechselten schnell in den sicheren Innenbereich, doch wir waren standhaft und ließen uns erst einmal nicht davon beirren, obwohl bald die Regenschirme unter den Sonnenschirmen aufgespannt werden mussten. Als dann aber gefühlte Tonnen von Hagel über uns hereinbrachen und sich das zuerst noch kleine Rinnsal unter unserem Tisch rasant in einen reißenden Mini-Strom verwandelte, zogen auch wir den Innenraum vor. So warteten wir also das Ende des Weltuntergangs ab und machten uns anschließend zurück auf den Weg zum Hotel. Immerhin mussten noch diverse Stunden Schlaf nachgeholt werden, denn wer will schon beim Auftritt am Abend müde in der Ecke sitzen?

Ja, und dann hieß es endlich: Kurze Foto-Session und los zum Festival! Auf dem Weg dorthin gab es dann eine Begegnung der besonderen Art mit dem Dixie-Reinigungswagen. Dieser fuhr direkt vor uns – und ich will mir gar nicht vorstellen, was das für kleine Bröckchen waren, die vor uns auf den Boden fielen. Ich redete mir einfach ein, dass es Matsch war... Wie dem auch sei, wir kamen also auf dem Gelände an, und Arthur und ich konnten uns wieder auf die Suche nach einem geeigneten Stab machen. Zwischenzeitlich hatte Hannah eine wunderbare Idee gehabt und schon einen Stab organisiert, inklusive origineller Verzierungen und mit viel Liebe gestaltet, nur war dieser etwas zu kurz, sodass wir unser Glück trotzdem nochmals versuchten. Und siehe da: Schon nach wenigen Metern entlang der Fressbuden auf der Festival-Wiese wurden wir fündig! Am vegetarischen Stand fiel uns sofort ein Bambusstab ins Auge, und auf unsere Nachfrage bei der Standbetreiberin hin wurde uns nicht nur der Stock ohne zu zögern ausgehändigt, sondern es gab auch noch Zugaben wie eine Reihe Knobi-Knollen und ein Glöckchen dazu. Als Gegenleistung für diese Leihgaben sollte es nach dem Gig ein Dankeschön seitens Arthur geben. Doch dazu später.

Wir setzten unsere Erkundungstour entlang der Stände fort, denn auf einem Festival darf nunmal auch das Shopping nicht vergessen werden. Auf unserem Weg begegneten wir unter anderem einem äußerst fotogenen Standbetreiber als auch einer Familie mit einem megasüßen Baby, welches allerdings weniger begeistert schien, denn als es mich sah, machte es seinen Unmut darüber in entsprechender Baby-Manier deutlich. Naja, können mich ja nicht alle Babies so toll finden wie meine Nichte. ;-)

Bei dem anschließend wieder einsetzenden Regen stellte ich nun fest, dass ich den neu erworbenen Regenschirm im Hotel vergessen hatte. Aber Rettung nahte schnell in Form der Künstler-Betreuung vor Ort: Regenschirme en masse! Danke! So gelangten alle Bandmitglieder denn auch trocken zur Bühne – inklusive teils in Handtücher eingewickelter Instrumente, denn so eine Gitarre übertrifft den Radius eines Regenschirms nunmal. Inzwischen war es auch schon Zeit für die Hamburg Blues Band, die Bühne zu erobern. Ich habe sie auf dem Herzberg zum ersten Mal spielen sehen, und für mich steht fest, dass dies definitiv nicht das letzte Mal war! Ich habe die Jungs nicht nur als durchweg liebe und interessante Menschen kennen gelernt, sie machen dazu auch noch sehr schöne Musik! Und wie ich schon in früheren Berichten bemerkt habe, ist es immer wieder schön, Musiker zu erleben, denen man den Spaß an ihrer Arbeit ansieht. So auch hier. Alles definitiv Gründe für mich, zukünftig weitere Konzerte von ihnen zu besuchen.

Während der ersten Sets der Herzberg Blues Allstars in Form der Hamburg Blues Band und u. a. Clem Clempson, Chris Farlowe, Stan Webb und Geoff Whitehorn wollte das Wetter noch immer nicht so wie wir. Also performten wir kurzerhand einen Sonnentanz und Sonnengesang im Zelt. Selbst ich musste trotz meiner alles andere als tollen Gesangskünste (das überlasse ich grundsätzlich lieber den wahren Musikern...) in den Fire!-Gesang mit einstimmen: und es wirkte! Zwar war es für Sonnenschein zu spät, aber immerhin brachten wir den Regen dazu, sich zu verziehen. Jaja, Arthur ist und bleibt nunmal der GOD of Hellfire. Da kann sich auch der fieseste Regen nicht gegen wehren. :-)

Jaaa – und dann war es Zeit für Arthurs Auftritt mit den Allstars. Ich bin immer noch absolut sprachlos... Es war das erste Mal, dass ich ihn in einer solchen Besetzung performen sah, bisher war er ja immer mit Nick acoustic unterwegs. Ich hatte mich schon lange darauf gefreut, ihn endlich mit einer kompletten Band spielen zu sehen. Und jetzt war es soweit! Einfach nur genial, genial, genial! Zu seiner Stimme muss ich nichts sagen, diese spricht einfach für sich. Auch wenn es nur drei Lieder waren, die er sang – es hat gereicht, um das Publikum absolut mitzureißen. Und mich sowieso, gar keine Frage. Wie immer war es viel zu schnell vorbei. Dann hieß es schon wieder: Ende.

Aber eins gab es ja noch zu erledigen: den Stab zurückbringen! Als Dankeschön, welches ja schon angesprochen wurde, ging der Stab mit Unterschriften aller Mitglieder der diesjährigen Herzberg Blues Allstars zurück zu seinen Eigentümern. Soweit alles gut geht, kann jeder ihn auf den zukünftigen Herzberg-Festivals bestaunen, da er kurzerhand von den Standbetreibern als Herzberg-Stab ernannt wurde und ab sofort immer mitgenommen wird. Die Freude dort war so groß, dass es gleich noch ein weiteres Danke ihrerseits gab, dieses Mal in Form von einem kleinen Kokos-Dessert für die Band – welches von dieser gerne angenommen wurde.

Am nächsten Tag folgte dann der Abschied von allen. Dieser Moment, den ich die ganze Zeit vor und während eines Konzerts verdränge, welcher aber nunmal unumgänglich ist. An dieser Stelle möchte ich mich nochmals ganz besonders bei Arthur für ein weiteres tolles Wochenende bedanken. Bei Hannah (ich liebe unsere Matschschuh-Bilder!) für die ganze Organisation. Bei Esther und Jutta für extrem viel Spaß (das Geheimnis des Hundes wird irgendwann gelüftet!). Bei der Hamburg Blues Band für eine super Atmosphäre und tolle Musik. Bei André für die Aufklärung über die Wikinger in Deutschland. Bei Chris Farlowe für die Handcreme. Bei Sati für das Auffüllen vier Jahre alter Gedächtnislücken (kommt nicht wieder vor, versprochen!). Und bei Stan Webb für eine Menge englischen Humor. Bis zum nächsten Mal!

→ Isernhagen, 07.12.2007
← Worpswede, 18.12.2010
zurück zur Übersicht